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Das Leberblümchen – Hepatica nobilis Schreber
Blume des Jahres 2013 auch im Kreis Düren
Robert Mohl
 
Einleitung
Zeitig im Frühjahr, wenn der süße Duft des Seidelbasts (Abb. 1) den noch jungen Wald auf der Sophienhöhe durchzieht, erheben sich an wenigen Stellen blaue bis violette Blüten über wenige seltsam geformte, an Leberlappen erinnernde, Blätter (Abb. 3). Dieser Blattform verdankt das blaue Blümchen seinen Namen. Es sind die Blüten der Blume des Jahres 2013 des Leberblümchen (Abb. 2).
Taxonomie

Abb. 1:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Seidelbast (Daphne mezereum) auf der Sophienhöhe bei Jülich    22.03.2012 R. Mohl

Das Leberblümchen gehört zu der Familie der Hahnenfußgewächse (Ranunculaceaen). Seine nächsten Verwandten sind die Anemonen und die Küchenschellen. Manche Botaniker sind der Meinung, dass man die drei Gattungen zu einer Gattung vereinigen könnte.

 Morphologie

Abb. 2: Das Leberblümchen (Hepatica nobilis) auf der Sophienhöhe bei Jülich.  22.03.2012 R. Mohl

 
Aus einem kurzen, schuppigen,  ausdauernden Wurzelstock wachsen im zeitigen Frühjahr an einzelnen Stengeln blaue bis violette  (gelegentlich rosa oder weiße) Blüten, die von einem Kranz aus drei kleinen Hochblättern (Abb. 3: Knospe links unten) getragen werden. Die Blüten haben 6 bis 7 Kronblätter[1]. Die neuen an Leberlappen erinnernden Blätter erscheinen nach der Blüte. Zur Blütezeit sind oftmals noch die Blätter des Vorjahres erhalten (Abb. 3). Blütezeit: März bis April.

 Lebensraum

Der Lebensraum des Leberblümchens ist der artenreiche Buchen- oder Eichenwald auf basenreichen, kalkhaltigen, nicht zu trockenen, lockeren und nährstoffarmen Lehmböden. Sein Lebensraum reicht von der Niederung bis in die Berge
Verbreitung

Abb. 3:Blühende Pflanze auf der Sophienhöhe bei Jülich mit einen vorjährigen Blatt 22.03.2012 R. Mohl

 
Die Verbreitung des Leberblümchens erstreckt sich über alle Kontinente der Nordhalbkugel. In Deutschland erreicht es im nördöstlichen Westfalen die Westgrenze seiner Verbreitung. Außerhalb seines natürlichen Verbreitungsgebiets tritt das Leberblümchen gelegentlich verwildert auf. Das Vorkommen auf der Sophienhöhe liegt weit westlich der natürlichen Arealgrenze. Eine Ansalbung kann daher nicht ausgeschlossen werden.

 Heilkunde

Verwendet werden in der Heilkunde schon seit dem Mittelalter[2] die getrockneten Blätter. Die Blätter enthalten Saponine, Gerbstoffe und das Glykosid Hepatrilobin. Die aus den geschnitten Blättern durch Absud in Wasser gewonnene Droge beeinflusst die Funktion der Ausscheidungsorgane und löst Gallensteine. Der Absud kann auch bei Entzündungen der Mundschleimhäute und bei Zahnfleischbluten zum Gurgeln verwendet werden. Die Droge sollte nur nach Absprache mit dem Arzt angewandt werden. Die Blätter werden von April bis Juni gesammelt (vergl. Lichtenstern, H., Volák, J. Stodola, J. (1994)). In Deutschland ist das Sammeln auf Grund des Schutzstatus verboten.
Gefährdung und Schutzstatus
Das Leberblümchen steht in NRW auf der Roten Liste der gefährdeten Farn- und Blütenpflanzen in der Gefährdungskategorie 3 = Gefährdet (Raabe et al (2011)). Bundesweit gilt es als nicht gefährdet. In Deutschland ist das Leberblümchen laut Bundesnaturschutzgesetz eine besonders geschützte Art.
Literatur
Jagel, A. (2013):Hepatica nobilis – Leberblümchen (Ranunculaceae), Blume des Jahres 2013. Bochumer Botanischer Verein
Lichtenstern, H., Volák, J. Stodola, J. (1994): Das große Kräuterbuch der Gesundheit. Gondrom Verlag Gmbh & Co. KG, Bindlach
Raabe, U. et al (2011): Rote Liste und Artenverzeichnis der Farn- und Blütenpflanzen, Spermatophyta et Pteridophyta, in Nordrhein-Westfalen, 4. Fassung. – LANUV Fachbericht 36: 51-183


[1] Botanisch korrekt muss man sie als Perigonblätter bezeichnen, da sich Kronblätter und Kelchblätter nicht unterscheiden lassen.
[2] Im Mittelalter wurden gemäß der damaligen Signaturlehre die Blätter auf Grund ihrer entfernten Ähnlichkeit mit einem Leberlappen als Heilmittel gegen Leberleiden verwendet (vergl. Jagel, A. (2013)).

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