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Naturschutz aktuell NABU-Pressedienst NRW
12.09.2008

Gewinner und Verlierer liegen nah beieinander

Bald jede zweite Vogelart in NRW im Bestand rückläufig oder gefährdet

Berlin/Düsseldorf ? Die heute in Berlin vom Naturschutzbund Deutschland (NABU), dem Deutschen Rat für Vogelschutz (DRV) und dem Dachverband Deutscher Avifaunisten (DDA) der Öffentlichkeit vorgestellte neue ?Rote Liste der Brutvögel Deutschlands? zeigt: Der Vogelschutz in Deutschland kann Erfolge vorweisen, verzeichnet aber auch Rückschläge. Gezielte Maßnahmen des Artenschutzes haben zwar bewirkt, dass es mancher, früher als gefährdet eingestufter Vogelart jetzt wieder besser geht. Dafür sind jedoch die Bestände anderer Arten zusammengebrochen. ?Das lässt sich so auch auf die rund 170 nordrhein-westfälischen Brutvogelarten übertragen?, sagt Bernd Jellinghaus, Sprecher des Landesfachausschusses für Ornithologie und Vogelschutz im NABU NRW. ?Wanderfalke und Uhu zählen dank zahlreicher ehrenamtlicher Naturschutzmaßnahmen beispielsweise zu den Gewinnern in NRW, während Wendehals, Ziegenmelker und Ortolan ums Überleben kämpfen.?

Sowohl auf Bundes- als auch auf Landesebene bereiten die Vögel der Agrarlandschaft die meiste Sorge. So ist in NRW die Zahl der Feldlerchen-Brutpaare seit 1999 landesweit um 10% zurückgegangen. Regional sind die Bestände teilweise sogar um 20-50% eingebrochen. Auch beim Rebhuhn werden Bestandesrückgänge von bis zu 50% beobachtet. Ebenfalls dramatisch sind die Rückgänge bei den Wiesenvögeln wie dem Kiebitz, der Uferschnepfe, dem Wiesenpieper oder dem Braunkehlchen. ?Damit zeigt die Rote Liste deutlich, dass der Artenschutz bisher in Agrar- und Umweltprogrammen nicht angekommen ist?, so Jellinghaus. Dringend erforderlich sei die Einrichtung ökologischer Vorrangflächen in den Betriebsablauf und ein Stopp beim Grünlandumbruch. Ohne diese Mindestanforderungen sei das Ziel, die Artenvielfalt in der Kulturlandschaft zu erhalten, nicht erreichbar. ?Wenn heute bald jede zweite Vogelart in Nordrhein-Westfalen als rückläufig oder gefährdet gilt, dann ist das nicht nur ein Versagen der Naturschutzpolitik in Brüssel und Berlin, sondern vor allem auch ein Versagen im eigenen Land?, erklärt Jellinghaus.

Zu den besonders stark gefährdeten Arten zählen neben den am Boden brütenden Vogelarten auch die über die Sahara ziehenden Zugvögel und die sich von großen Insekten ernährenden Arten. ?Ins-besondere bei den Langstreckenziehern wie Gartenrotschwanz oder Kuckuck wirkt sich der Klima-wandel auf die Bestände aus. Hinzu kommt bei zahlreichen Vogelarten die nach wie vor starke Bejagung während des Vogelzuges?, so der NABU-Vogelexperte. Intensive landwirtschaftliche Nutzung, Lebensraumzerstörung auch im urbanen Bereich und fehlende Nistmöglichkeiten machten beispielsweise Rauch- und Mehlschwalbe, aber auch Haussperling und Star das Leben schwer. Nur knapp die Hälfte der heimischen Vogelarten kann als ungefährdet gelten, weil die Individuenzahlen und Entwicklungen ihrer Bestände gut sind. Zu ihnen gehören unter anderem Amsel, Blaumeise und Buchfink.

Rote Listen gelten als ?Fieberthermometer des Naturschutzes?. Sie geben Auskunft über den Gefährdungsgrad einzelner Arten und damit über den Zustand der biologischen Vielfalt. Die ?Rote Liste der Brutvögel Deutschlands? wird alle fünf Jahre von einem Gremium herausgegeben, dem Institutionen der wissenschaftlichen Vogelkunde angehören. Vogelbeobachter aus ganz Deutschland, darunter auch viele Vogelschützer im NABU, haben hierzu Beobachtungsdaten gesammelt und übermittelt und so die Grundlage der aktuellen Auswertung geschaffen. Die Rote Liste der Brutvögel Nordrhein-Westfalens wird zurzeit vom Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV) überarbeitet. Auch hier erfolgt eine enge Zusammenarbeit mit ehrenamtlichen Vogelbeobachtern.


Für Rückfragen und Hintergrundinfos mit weiteren Ergebnissen der Roten Liste:
Dr. Markus Nipkow, NABU-Referent für Ornithologie und Vogelschutz, Tel. 030-284984-1620,
Bernd Jellinghaus, Vorsitzender LFA für Ornithologie im NABU NRW, mobil: 0175-4531628


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