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Naturschutz aktuell NABU-Pressedienst NRW
12.09.2008

Keine weiteren Felsen für den Klettersport in der Eifel

NABU lehnt Forderungen nach Öffnung weiterer Felsen als überzogen ab

Düsseldorf ? Anlässlich der Jubiläumsveranstaltung ?100 Jahre Klettern in der Nordeifel? am morgigen Samstag in Nideggen appelliert der NABU NRW an den Deutschen Alpenverein, die bestehenden Regelungen zu respektieren und die getroffenen Festlegungen umzusetzen. ?Überzogene Forderungen von Seiten der Kletterer, wie sie zurzeit geäußert werden, können wir nur ablehnen. Sie bringen lediglich neue Unruhe in ein Verfahren, das gerade begonnen hatte, sich zu beruhigen?, erklärt Josef Tumbrinck, Vorsitzender des NABU NRW. In zähem Ringen sei über Jahre ein Kompromiss zwischen Naturschutz und Klettersport erarbeitet worden, der auch für den Naturschutz nur schwer verkraftbar sei, weil er dem an sich kleinflächigen Gebiet weitere Felsen für eine Freizeitnutzung abgerungen habe. Immerhin stünden den Sportlern heute gut 20 Klettermöglichkeiten mit fast 300 Routen aller Schwierigkeitsgrade zur Verfügung.

Eine weitere Öffnung der Buntsandsteinfelsen in der Rureifel würde die Artenvielfalt der Region leichtfertig gefährden. Wie wichtig Ruhe für die Tierwelt sei, zeige der Uhu, der dieses Jahr erstmalig in der seit 2005 beruhigten Burgwand erfolgreich gebrütet habe. ?Beobachtungen an allen beruhigten Felsbereichen zeigen, dass sich dort auch wieder die standorttypische Tier- und Pflanzenwelt einstellt?, so Tumbrinck. Hier haben der Kreis Düren und die Stadt Nideggen unter fachkundiger Begleitung der Biologischen Station wertvolle Arbeit geleistet. Damit seien wichtige Aufgaben umgesetzt worden, die nach den europäischen Naturschutzrichtlinien, der Fauna-Flora-Habitat (FFH)- und Vogelschutz-Richtlinie, absolut unverzichtbar seien. Tumbrinck: ?Der Klettersport muss weitere Nutzungsansprüche an den Buntsandsteinfels endgültig einstellen.?

Der Felslebensraum im Rurtal glänze nicht nur mit seiner geologischen Einmaligkeit und landschaftlichen Schönheit in der Region, sondern auch mit der Vielfalt der besonders an ihn angepassten Tier- und Pflanzenarten. Mauereidechse, Schlingnatter, Uhu und verschiedene Fledermäuse seien hier zu Hause, ebenso wie 80 verschiedene Flechten und 68 Moose. Wer hier leben will, muss den gegensätzlichen Bedingungen aus Hitze und Kälte, Trockenheit und Nährstoffarmut standhalten können. Die Bewohner des Lebensraumes bezahlen diese Anpassung mit einer hohen Sensibilität gegen Veränderungen. Aus all diesen Gründen wurde die Felsgruppe der Buntsandsteinfelsen im Rurtal bereits in den 1990er Jahren in ihrer Gesamtheit unter Naturschutz gestellt. ?Hier sollte unserer heimischen Tier- und Pflanzenwelt auch weiterhin ein Vorrecht eingeräumt werden, dass wir ihr auf 90% unserer Landesfläche ohnehin streitig machen?, so der NABU-Landesvorsitzende.

Welche enormen Folgen der Kletterbetrieb habe, könne man in dem zum Klettern freigegebenen Bereich der Effels sehen: Zerstörung der Bodenvegetation mit Erosion, die schon weit oben im Hang beginnt, abgeriebene Felsoberflächen ohne Flechten und Moose, gestörte Tierwelt mit vermindertem Reproduktionserfolg. Dies seien Ereignisse, die nicht erstaunen müssten, bei der Tatsache, dass der Mensch nicht spurlos seinen Freizeitaktivitäten nachgehen könne.

Für Rückfragen:
Josef Tumbrinck, Vorsitzender NABU NRW, mobil: 0171-38 67 379



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