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Warum frieren Enten auf dem Eis nicht fest?

Naturschutz aktuell NABU-Pressedienst NRW
06.01.2009

Warum Enten auf dem Eis nicht festfrieren

NABU gibt Entwarnung: Heimische Vögel sind winterfest

Düsseldorf - Wenn Teiche, Seen und sogar Flüsse zufrieren, fürchtet so mancher besorgte Naturfreund, dass Enten und andere Wasservögel auf der Eisfläche festfrieren könnten. Diese Sorge sei zum größten Teil unbegründet, beruhigt der NABU NRW. Die Vögel seien zwar barfuß unterwegs, an solch widrige Umstände aber bestens angepasst. Dass sie auch an den federlosen Füßen nicht auskühlen, dafür sorgt das so genannte Wundernetz ? das nach dem Prinzip des Wärmetauschers funktioniert. Allerdings könnten bei dauerhaftem Frost kranke oder verletzte immobile Tiere im Eis einfrieren. Sie seien dann auf menschliche Hilfe angewiesen, so der NABU

Im Wundernetz der Vogelbeine lägen feine Blutgefäße sehr dicht beieinander. Das arterielle Blut ströme darin vom knapp 40 Grad warmen Körper Richtung Füße. Dabei fließe es sehr nah an den Venen vorbei, die das abgekühlte Blut aus den Füßen wieder zum Körper zurück transportieren. Im Wundernetz erwärme das warme Blut das kalte - wie bei einem Wärmetauscher. Das Tier kühlt deshalb selbst dann nicht aus, wenn es stundenlang auf dem Eis herumwatschelt. Dabei seien die Füße gut durchblutet - allerdings mit relativ kaltem Blut - weshalb kaum Wärme verloren gehe und das Eis unter den Füßen der Enten nicht wegschmelze.

Auch der übrige Vogelkörper ist hervorragend auf Kälte eingestellt. Wetterfeste Deckfedern schützen die wärmenden Daunen vor Nässe. Die Vögel fetten das Deckgefieder mit einem öligen Sekret ein, das sie in der Bürzeldrüse produzieren. So sind sie hervorragend gegen Nässe geschützt - auch ohne Goretex-Jacke und Friesennerz. Bis zu 80 Grad kann der Temperaturunterschied zwischen Körperin-nerem und Umgebung bei Polarvögeln betragen. Es sei übrigens ein verbreiteter Irrglaube, dass Zugvögel in wärmere Gebiete zögen, um der Kälte zu entfliehen, so der NABU. Das täten sie in erster Linie, weil im Winter die Nahrung knapp werde.


Für Rückfragen:
Birgit Königs, Pressestelle NABU NRW Tel.: 0211-15 92 51-14


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