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PRESSEMITTEILUNG NABU NRW | Nr. 20/18 | 10. April 2018

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Feldraine für Insekten erhalten

NABU NRW fordert entschiedenes Vorgehen von Land und Kommunen gegen illegalen Umbruch von Feldwegen und Wegrändern

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Düsseldorf – Endlich Frühling. Das heißt, auch in der Landwirtschaft geht es in den kommenden Wochen hoch her, denn da wird gedüngt, gepflügt und gesät. Anlass für den NABU NRW das Land Nordrhein-Westfalen und die Kommunen aufzufordern, entschieden gegen den illegalen Umbruch von Feldwegen und Wegrändern vorzugehen. Immer öfter werden diese wichtigen Lebensräume auch beackert, im Fall von Grünland früh gemäht, mit Pestiziden gespritzt und gedüngt – oft schon seit Jahren. „Für den Schutz der Artenvielfalt sind Feldwege und Wegränder aber von großer Bedeutung“, erklärte Josef Tumbrinck, Vorsitzender des NABU NRW.

 

Bauernverbände und kommunale Flächeneigentümer müssten ihrer gesellschaftlichen Verantwortung stärker gerecht werden und den Schutz der biologischen Vielfalt ernst nehmen. Dazu gehöre auch der Erhalt dieser Landschaftsstrukturen. Konkret fordert der NABU Nordrhein-Westfalen alle Kreise und kreisfreien Städten dazu auf, in einem ersten Schritt den Verlust von Wegen und Wegerändern durch den Vergleich von Luftbild und Liegenschaftskarte zu analysieren und eine erfolgreiche Rückgewinnung zu kommunizieren. Feldwege befänden sich in der Regel im Eigentum der Gemeinden. Ohne Genehmigung des Eigentümers und der Unteren Naturschutzbehörde sei eine landwirtschaftliche Nutzung von Feldwegen gar nicht zulässig.

 

Hier hätten Städte und Gemeinden in den letzten Jahren Vermögensgegenstände häufig nicht pfleglich verwaltet. Vor allem hätten sie aber die Bedeutung ihrer Feldwege und Saumstrukturen für einen lokalen Biotopverbund verkannt und unterschätzt. „Wichtig ist hier nun das Rad wieder herumzudrehen. Bürgermeister und Ratsmitglieder müssen erkennen, welche Bedeutung Feldraine und Feldwege für den Erhalt der Artenvielfalt haben“, so Tumbrinck. Der NABU mit seinen zahlreichen Gruppen vor Ort sei gerne bereit, die Gemeinden bei der Auslotung für einen lokalen Biotopverbund zu unterstützen.

 

Denn Wege und Wegeränder hätten für eben diesen eine wichtige Funktion: Sie können wertvoller Lebensraum für mehrere hundert Pflanzenarten und über tausend Tierarten sein. So können sie als Rückzugsraum für Feldhasen und Rebhühner dienen, ungespritzt und reich an Wildblumen ernähren sie Schmetterlinge, Wildbienen und Heuschrecken, die wiederum Vögeln als Nahrung dienen. Zur Umsetzung der nordrhein-westfälischen Biodiversitätsstrategie seien Raine, die allenfalls extensiv gepflegt werden, deshalb unverzichtbar.

 

Als wieder zu schaffende bzw. zu belebende Strukturen in einer ansonsten ausgeräumten Agrarlandschaft böten sie die Möglichkeit, die seit Jahren negative Entwicklung der im Offenland lebenden Tier- und Pflanzenarten günstig zu beeinflussen. Denn immer mehr Wildblumen, Schmetterlinge, Wildbienen oder Feldvögel finden sich auf der Roten Liste. Aktuelle Studien belegen dass die Biomasse der Fluginsekten seit den 1990er Jahren selbst in Schutzgebieten um 75 Prozent abgenommen hat. Deutschland hat in nur zwölf Jahren 12,7 Millionen Vogelbrutpaare verloren, was 15 Prozent des Bestandes entspricht.

 

Für Rückfragen:

Josef Tumbrinck, Vorsitzender NABU NRW, mobil: 0171 3867379

Eva Lisges, Sprecherin Landesfachausschuss Landwirtschaft im NABU NRW, Tel.: 02753 / 599001, mobil: 0160 - 95941786, eva.lisges@t-online.de

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Herausgeber: NABU Nordrhein-Westfalen, 40219 Düsseldorf

Redaktion: NABU-Pressestelle NRW, Birgit Königs (verantwortlich)

Tel. 0211.15 92 51 - 14 | Fax -15 | E-Mail: B.Koenigs@NABU-NRW.de


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