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Photovoltaik Stockheimer Landstraße

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An                                                                                    Düren, 13.11.2017 

Stadt Düren 

Amt für Stadtentwicklung 

Abteilung Planung 

Kaiserplatz 2-4 

52348 Düren

 

 

 

Betr.: BBP Nr. 1/32 „Photovoltaik Stockheimer Landstr.“ 

          Ihr Zeichen: 61.1 

          Landesbüro Zeichen: DN 8-11.17 BLP

 

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

zu obiger Planung geben die Naturschutzverbände folgende Stellungnahme ab.

 

Die Naturschutzverbände setzen sich seit langem nachdrücklich für eine umfassende Energiewende ein und begrüßt ausdrücklich die Förderung und den Ausbau aller erneuerbaren Energien, insbesondere auch den der Solarenergie/Photovoltaik. Diese Technik ist besonders klimaschonend und kann da emissionsfrei überall im besiedelten Bereich unmittelbar beim Verbraucher eingesetzt werden.

 

Flächenauswahl

 

Bei der Flächenauswahl für die Bebauung mit Freiflächenphotovoltaikanlagen sollten grundsätzlich immer Flächen mit geringem ökologischen Wert genutzt werden. Dadurch sinken zum einen die Kosten für ansonsten sehr umfangreiche naturschutzfachliche Gutachten und Kompensations- sowie Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen, was im Endeffekt die Wirtschaftlichkeit einer solchen Anlage steigert (u. a. auch durch schnelleren Baufortschritt). Zum anderen bleiben Flächen mit hohem Naturschutzwert (z. B. mit Vorkommen seltener Arten, gewässerreiche Gebiete) unbebaut und bieten weiterhin einen Lebensraum für darin lebende Arten bzw. Lebensgemeinschaften. Dadurch bleibt die wichtige Funktion solcher Flächen als Biotopverbundelement in der sonst sehr intensiv genutzten Landschaft erhalten. Durch eine im Vorfeld eines Vorhabens gut durchdachte Flächenauswahl können Freiflächenphotovoltaikanlagen insgesamt wirtschaftlicher und naturverträglicher umgesetzt werden.

 

Biotopkartierung        

 

Bei dem Plangebiet handelt es sich um eine Restriktionsfläche (Offenland)  die grundsätzlich für Freiflächenvoltaik genutzt werden kann. Durch das Vorhandensein von Gehölzaufwuchs ,verschiedene Sukzessionstadien, Kleingewässern  einem generellen Strukturreichtum (Rohböden, Totholz, Stein-/Geröllhaufen etc.) und Gebäuden bzw. Gebäuderesten.

 

Artenschutzprüfung II 

 

Aufgrund der Nähe zur Drover Heide wäre es durchaus möglich, dass diese Strukturen vom Ziegenmelker aufgesucht werden, der mit gut über 30 Paaren in der Drover Heide brütet. Gleiches gilt auch für die Heidelerche. Daher sollten diese Arten gezielt untersucht werden.

 

Ebenfalls ist aus dem Kreis Düren bekannt, dass solche Abbruchflächen und Brachflächen vom Steinschmätzer aufgesucht werden. Beispiele hierfür ist die Merscher Höhe. Daher sollte die Fläche auch auf den Steinschmätzer hin untersucht werden.

 

Wir halten es auch für wahrscheinlich, dass die Kreuz- eventuell sogar die Wechselkröte auf den Planungsflächen vorkommen könnte, wenn dort flache Mulden, die temporär Wasser führen, vorhanden sind. Somit sollte man von April bis August kontrollieren, ob Laich in solchen Wasserstellen zu finden ist. Vorhandene Vorkommen befinden sich in der Nähe in der Drover Heide und der Stadt Düren 

Beim Antreffen dieser Arten sollten funktionale, im Planungsumfeld befindliche Ausgleichmaßnahmen ergriffen werden. 

  • Mindeststandards für den Bau und die Unterhaltung von Photovoltaikanlagen
  • kein Einsatz von synthetischen Düngern sowie Bioziden (Pflanzenschutzmittel, Insektizide, Fungizide, Totalherbizide etc.)geringstmögliche Bodenversiegelung (Aufständerung durch Rammung oder Aufschrauben auf den Boden)
  • Umzäunung mit durchgängigem Mindestabstand (Bodenoberkante - Zaununterkante) von 20 cm, um die ökologische Durchgängigkeit (Kleintiere) zu gewährleisten
  • extensive Bewirtschaftung der Photovoltaikfläche
  • Mindesthöhe der Module von 80 cm (Modulunterkante  

Eine Aufforstung lehnen wir ab. Das Plangebiet sollte durch Pflegemaßnahmen offen gehalten werden.  

Wir stimmen der Planung unter diesen Voraussetzungen zu.

 

BUND Kreisgruppe Düren                                         NABU Kreisverband Düren


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