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Pressemitteilung      

Düren, den 27.02.2013

 
Umsiedlung von Morschenich
Ausgleichsmaßnahmen unzureichend
 
Morschenich ist das nächste Dorf im Kreis Düren, das dem Braunkohletagebau weichen muss. Der Ort wird abgebaggert, die Einwohner umgesiedelt. Der Umsiedlungsstandort liegt in der freien Feldflur und ist noch besiedelt von Feldhasen und Feldvögeln. Hier brüten Rebhühner und Feldlerchen, deren Bestand landesweit stark zurückgeht. Zur Zugzeit halten sich hier Steinschmätzer, Grauammern und Rohrweihen auf. Mit dem hier geplanten Neubaugebiet geht der Lebensraum dieser gefährdeten Arten verloren. Laut vorliegendem Artenschutzgutachten hätten die Durchzügler genügend Ausweichmöglichkeiten woanders, den Brutvögeln sollen neue Lebensräume erschlossen werden. Dazu sollen Flächen weit weg von Morschenich, z.B. bei Schwerfen im Kreis Euskirchen, attraktiver gestaltet werden. Dies kann u.a. durch die Anlage von Blühstreifen in der Feldflur geschehen. Nur, die hierfür vorgesehenen Flächen liegen alle zu nahe an Straßen. Es ist bekannt, dass Feldlerchen die Nähe zu Straßen wegen des Verkehrslärms und der Bewegung der fahrenden Kraftfahrzeuge meiden. Die Maßnahmen sollten einen ausreichenden Abstand von potentiellen Stör- und Gefahrenquellen haben. Das Umweltministerium NRW hält in einem neuen Leitfaden für Ausgleichsmaßnahmen einen Schutzabstand von 500 m für Feldlerchengebiete zu Straßen für erforderlich. Die vorgesehenen Ausgleichsflächen liegen in einer Entfernung von 170 m bis 370 m von Straßen. Hinzu kommt, dass die Maßnahmenflächen nur halb so groß sind wie vom Ministerium angegeben oder an weiteren Stör- und Gefahrenquellen wie Windenergieanlagen und einem Modellflugplatz liegen. Daher werden die bisher geplanten Ausgleichsmaßnahmen für den Umsiedlungsstandort Morschenich von den Naturschutzverbänden BUND und NABU abgelehnt. Gar nicht angedacht ist die Umsiedlung der Dorfvögel, z.B. der beiden Morschenicher Steinkauzpaare. Auch diesen sollte in Neu-Morschenich eine zweite Heimat angeboten werden. Dazu könnten zur Freude von Mensch und Tier am Ortsrand Streuobstwiesen oder –weiden angelegt werden.

 


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