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Desinfektion als einziges Mittel gegen die Ausbreitung

Was ist die Chytridiomykose?

Wie man in der letzten Zeit schon mehrfach gehört hat, schreitet das weltweite Amphibiensterben vor allem in den tropischen Regenwäldern zunehmend voran. Hauptverursacher des Amphibiensterbens ist ein Pilz, der erst 1998 entdeckt wurde. Sein Name lautet Batrachochytrium dendobatidis, oder kurz Chytridpilz. Der Tröpfchenpilz befällt die obersten Hautschichten der Amphibien. Da die Haut der Amphibien besonders empfindlich ist und viele Funktionen ausübt wie die Feuchtigkeitsaufnahme und sogar die Atmung, führt eine Gefahr für die Haut der Amphibien gleichzeitig zur Gefahr für die Amphibien selbst. Durch den Befall mit dem Pilz kann die Barrierefunktion der Haut gestört werden, sodass auch andere Krankheitserreger die Amphibien leicht befallen können. In sehr vielen Fällen endet die Pilzerkrankung tödlich. Man geht jedoch zurzeit davon aus, dass der Pilz gesunden Amphibien in guten Umweltbedingungen nichts anhaben kann. Erst durch Stress, Verletzungen oder Klimaänderungen kann die Krankheit ausbrechen.

Wie ist der Pilz nachweisbar?

Der Pilz selber ist nur im Labor durch eine DNA Analyse nachweisbar, weil man selbst verendeten Tieren die Krankheit kaum ansehen kann. Bei betroffenen Amphibien verfärbt sich oft die Haut und wird milchig und stumpf. Die Tiere verhalten sich dann lethargisch und fressen nicht mehr. Befallene Kaulquappen sterben meist noch vor oder während der Metamorphose.

Gefahr am Amphibienschutzzaun:

Gerade der Amphibienschutzzaun, der die Tiere vor dem Straßentod retten soll, könnte stark zur Verbreitung des Chytridpilzes unter den Amphibien beitragen. Denn durch den Kontakt der Tiere in den Fangeimern können sie sich leicht anstecken, wenn nur ein Tier erkrankt ist. Durch das Anfassen der Amphibien durch die Helfer beim Amphibienschutzzaun kann der Pilz ebenfalls leicht übertragen werden. Aus diesem Grund haben sich die Bedingungen für die Helfer seit dem letzten Jahr deutlich geändert.

Um es an dieser Stelle klar zu sagen: WIR HABEN DEN CHYTRIDPILZ AN DEN SCHUTZZÄUNEN IN DÜREN. Im letzten Jahr wurden mehrere Tiere positiv getestet.

Daher folgt nun ein Katalog von Möglichkeiten, wie Sie sich und die Amphibien am Schutzzaun schützen können. Dabei ist die einzige Möglichkeit zum Schutz der Tiere vor der Ausbreitung des Chytridpilzes die Desinfektion. Der Pilz ist übrigens für Menschen ungefährlich. Er befällt ausschließlich die Amphibien.

Schutzmaßnahmen:

Verhinderung der Übertragung in einer Population:

  • man sollte nur Latexhandschuhe oder  noch besser die bare Hand verwenden
  • bei den Handschuhen müsste im Idealfall nach jedem Tier der Handschuh gewechselt werden; da dies nicht praktikabel ist, empfiehlt sich das Anfassen der Tiere mit der baren Hand, da der Chytridpilz auf der menschlichen Haut abstirbt

Verhinderung der Übertragung zwischen mehreren Populationen:

  • nach einer Exkursion zu einem Gewässer sollten anschließend Stiefel, Kescher, Fallen und andere Ausrüstungsgegenstände gründlich desinfiziert und anschließend ausgetrocknet werden
  • in der Praxis haben sich als Desinfektionsmittel besonders Javelwasser, Virkon S und 70% Ethanol bewährt
  • sollten mehrere Schutzzäune oder Gewässer hintereinander begangen werden, sollte man nach jedem Zaun oder Gewässer seine Ausrüstung wie Stiefel und Fangeimer desinfizieren, um den Pilz nicht in eine andere Population zu übertragen

Übertragung durch  Entnahme und Aussetzen:

Bitte entnehmen sie keine Amphibien aus der Natur und setzen sie an einer anderen Stelle aus, wie zum Beispiel in einem Gartenteich. So wird der Chytridpilz nur weiter verbreitet!


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