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Der Biber im Kreis Düren - Die Rückkehr eines alten Bekannten

Kennen tun ihn viele Menschen, gesehen haben ihn nur wenige. Die Rede ist vom Biber (Castor fiber). Bis ins 17. Jahrhundert war der BiberBiber in ganz Europa und in Nordamerika verbreitet. Damals wurden die Tiere aufgrund ihres besonders dichten Fells und wegen des Bibergeils, welches in den Castordrüsen produziert wird und für Duftstoffe verwendet wird, besonders stark bejagt, sodass sie besonders in Europa in vielen Gegenden völlig von der Bildfläche verschwanden. Der Biber hat einen geschuppt ausehenden Schwanz, sodass er lange Zeit als Fisch (!) angesehen wurde, weshalb er als Fastenspeise beliebt war. Nachdem er über 200 Jahre lang in unserem Gebiet als ausgestorben galt, entschloss sich die Höhere Forstbehörde Rheinland im Hürtgenwald in der Nordeifel erneut Biber anzusiedeln. Dazu entließ man  am 15. Oktober 1981 in Tal der Weißen Wehe zunächst 3 Biberpaare. Es waren gezüchtete Tiere aus einer polnischen Biberzuchtstation in Popielno. Zu späteren Zeitpunkten wurden weitere Biber ausgesetzt, insgesamt waren es zwölf. Auch wenn sich die Landschaft im Vergleich zu den letzten Jahrhunderten verändert hat, scheint dies den ausgesetzten Bibern nichts auszumachen. In den Gebieten, in die man die Biber entließ, lebten sich die Tiere sBiberchnell ein und gestalteten den Lebensraum nach ihren Anforderungen. Dämme wurden von ihnen errichtet, Flüsse gestaut, Bäume wurden gefällt und Baue und Burgen errichtet. Dass Biber sehr anpassungsfähig sind, zeigt sich dadurch, dass sie sich auch an künstlich angelegten Teichen niederließen. Außerdem gibt es bereits Vorkommen in Städten wie Düren und Roermond. Durch seine Maßnahmen zeichnet sich der Biber als Landschaftsgestalter aus. An seinen Revieren bildeten sich Lichtungen, vorher von Amphibien nicht besiedelte Gewässer wurden nun in starkem Ausmaß besiedelt, und das Landschaftsbild wurde teilweise enorm verändert. Ein Problem für die Biber stellten die ihnen bis dahin unbekannten Gefahren dar. Besonders der Straßen- und Schienenverkehr kann  den wandernden Bibern zum Verhängnis werden. So geschah es auch einem der ersten ausgesetzten Biber, der von einem Auto überfahren wurde. Doch bei all der Faszination, die der Biber auf den Menschen ausübt, verursacht er in der heutigen Zeit auch viele Konflikte. So kann er durch Anstauen der Biberteiche Überschwemmungen verursachen, es kommt vermehrt zu Fraßschäden an Feldfrüchten, wenn das Feld direkt an das Biberrevier grenzt und es kommt zu Schäden durch Baumfällungen seitens des Bibers. Privatpersonen sind hauptsächlich von nächtlichen Besuchen des Bibers im eigeBiberburgnen Garten betroffen. So kann es vorkommen, dass ein Biber innerhalb von nur einer Nacht einen mächtigen Baum im Garten umlegt. Doch dieses Problem lässt sich leicht durch wenig Aufwand beheben. Man kann die Bäume mit Draht in der unteren Region umwickeln oder mit einer Spezialpaste bestreichen, damit der Biber nicht mehr an diese Bäume geht. Aufgrund dieser Konflikte gründete die Biologische Station im Kreis Düren mit dem Forstamt Hürtgenwald im Jahre 2004 die Arbeitsgruppe Biber, um die meist positive Stimmung gegenüber dem Biber zu erhalten. In dieser Gruppe sind auch der Wasserbau, die Landwirtschaft und die zuständigen Kreisbehörden mit beteiligt, um auch in Zukunft wichtige Fragen und Probleme rund um den Biber zu lösen. Mit Hilfe der HIT Umwelt- und Naturschutz-Stiftung konnte sogar ein Biberbeauftragter als Ansprechpartner eingestellt werden. Ein weiteres wichtiges Anliegen ist die Öffentlichkeitsarbeit. Neben Exkursionen, Info-Veranstaltungen und Berichterstattungen in den Medien wurde eine eigens konzipierte Biberbroschüre herausgegeben. In diesem Jahr schließt sich noch eine Bestandserfassung des Bibers im Kreis Düren an, um zu ermitteln, wie viele Biber inzwischen bei uns leben. Interessierte können sich auf der Seite der Biologischen Station im Kreis Düren weiter informieren (siehe http://www.biostation-dueren.de/73-0-Projekt.html ). genagter und gefällter Baum

Laut vorsichtigen Schätzungen geht man inzwischen von ca. 200 Bibern in der Nordeifel aus. Sicherlich haben auch Sie bereits bei Spaziergängen an der Rur, an Seen oder an Flüssen in der Eifel gefällte Bäume oder aufgestaute Biberteiche gesehen. Den Biber selbst haben jedoch die wenigsten Menschen gesehen, da er meist dämmerungs- und nachtaktiv ist. Sollte man doch am Tage einem Biber begegnen, so sind diese meist schon mit einem lauten Geplätscher abgetaucht, bevor man sie wahrnimmt. Auch nicht jeder der glaubt, einen Biber gesehen zu haben, hat wirklich einen Biber gesehen. Denn gerade in Kreis Düren ist der so genannte Sumpfbiber oder Nutria relativ häufig. Diese dem Biber recht ähnlich sehenden Nagetiere haben im Gegensatz zum größeren Biber keinen platten Schwanz, der beim Biber Kelle Nutriaoder Pfanne genannt wird. Nutrias haben einen runden Schwanz, ähnlich dem einer Ratte und eher gelbe Schneidezähne. Weiterhin fressen Nutrias keine Rinde und fällen keine Bäume, sodass ein gefällter Baum im Winter immer auf einen Biber hinweist.

Zusammenfassend kann man also festhalten, dass die Ausbreitung des Bibers in der Nordeifel beachtlich ist, gerade wenn man bedenkt, in welch kurzer Zeit aus den wenigen ausgesetzten Bibern fast 200 Exemplare geworden sind. Der Biber scheint sich jedenfalls bei uns wohl zu fühlen, und so entwickelt sich der Burgenbauer zur wichtigen Schlüsselart und einem Landschaftsgestalter unserer Heimat.

Biberansprechpartner: Dr. Lutz Dalbeck, Biologische Station Düren, Tel: 02427/94987-14


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