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Natürlich Insektenbekämpfer mit Nachwuchs

Derzeit stehen die Telefone der Mitglieder des Arbeitskreises Fledermausschutz Aachen, Düren, Euskirchen (NABU/BUND/LNU) nicht still.Fledermaus Baby (c) Holger Körber Die Naturschützer erhalten vermehrt Anrufe zu Fledermäusen. Nicht unerwartet, erklärt ein Experte des Arbeitskreises, denn die Fledermausweibchen haben sich in den letzten Wochen zu Wochenstuben versammelt. Seit etwa Ende Mai, je nach Witterung, haben sie dort in den schützenden Frauengemeinschaften je ein Junges zur Welt gebracht, das sie derzeit großziehen. Die Wochenstubenquartiere der  Zwergfledermäuse, der häufigsten Fledermausart in der Region, befinden sich größtenteils an Häusern. Ansammlungen von vielen Fledermäusen bleiben meist nicht unentdeckt. Dabei reichen den geschickten Versteckkünstlern kleinste Spalten, durch die gerade einmal ein Finger passt, zum Einschlüpfen,  so die Fledermausschützer. Auch der Platzbedarf ist gering. Benötigt eine einzelne Zwergfledermaus das Volumen einer Streichholzschachtel als Quartier, so findet eine Wochenstube mit bis zu 100 Weibchen in dem Volumen eines Schuhkartons ausreichend Platz. Typische Verstecke sind hinter Verkleidungen aus Holz oder Schieferplatten, in Flachdächern mit umlaufender Metallkante, Dehnungsfugen und manchmal sogar in Rolladenkästen. Der Großteil der Fledermausarten lebt fast unsichtbar versteckt, weiß das Team der Fledermauskollegen in der Region. Nur wenige Fledermausarten, wie die beiden Langohrarten und das seltene Große Mausohr können freihängend in großen Dachstühlen gesichtet werden.

In Zeit der Jungenaufzucht sind Fledermausweibchen sehr empfindlich gegenüber Störungen und verlassen im Extremfall sogar ihr Junges. Daher appellieren die Fledermausschützer an alle Quartierbesitzer und -kenner, den Tieren in dieser Zeit unbedingt die nötige Ruhe zu gönnen und darauf zu achten, dass am Quartier kein zusätzlicher Lärm oder zusätzliche Beleuchtung entstehen. Auch Arbeiten an von Fledermäusen bewohnten Dächern und Verkleidungen sollten bis mindestens Anfang August, besser noch Ende September verschoben werden. Der Schutz der Fortpflanzungsstätten ist in unser aller Interesse, frisst doch jede Fledermaus mehrere Hundert bis Tausend Insekten und das jede Nacht!
Ab Mitte Juli unternehmen die kleinen Flattermänner unter Anleitung ihrer Mütter die ersten Probejagdflüge. Dabei verlieren einige Jungtiere den Kontakt zur Mutter und verirren sich in fremde Gärten und Häuser, wo sie erschöpft auf dem Boden landen. Aber auch schon früher können Jungtiere gefunden werden, die neugierig herumkrabbelnd aus dem sicheren Quartier gestürzt sind. In solchen Fällen gilt: die Fledermäuse vorsichtig mit Handschuhen oder einem Tuch in einen Karton setzen und abends auf einem Holzblock o.ä. nach draußen stellen. Fliegt die Mutter vorbei, wird sie das Kleine rufen hören und abholen. Falls ein Quartier am Haus bekannt ist, kann das Jungtier vor die Quartierspalte gesetzt werden. Es krabbelt dann selbstständig durch den schmalen Einflugspalt hinein und wird von der Mutter wieder angenommen.
Die meisten gefundenen Fledermäuse sind aber gar keine Babys, sondern ausgewachsene Zwergfledermäuse, die nur etwa daumengroß werden. Wie alle Fledermaus-Arten sind sie gesetzlich streng geschützt und dürfen nicht gefangen oder getötet werden. Auch ihre Quartiere stehen unter gesetzlichem Schutz. Der Quartierschutz gilt ganzjährig, für Sommerquartiere also auch im Winter, wenn die Tiere nicht anwesend sind. Manche Fledermausarten ziehen in spezielle Winterquartiere, die selbstverständlich ebenfalls geschützt sind. Immer wieder erhält der Arbeitskreis Meldungen, dass Zwergfledermäuse auch an und in Häusern überwintern.  Jede Meldung hilft uns, so Holger Körber, den Bestand und die Verbreitung der Arten in unserer Region besser zu erfassen und geeignete Schutzmaßnahmen zu entwerfen. Helfen Sie mit, unsere Landschaft besser zu verstehen. Teilen Sie uns Fledermausquartiere mit.
Bei Fragen zu und Problemen mit den kleinen Nachtschwärmern hilft Ihnen
für das Stadtgebiet Aachen, Herbert Fleu, Tel. 0172/2411093, herbert.fleu@t-online.de
für den Kreis Heinsberg Michael Straube, Tel. 0177/8892450, nabuheinsberg@aol.com
für die Städteregion Aachen, die Kreise Düren und Euskirchen der Arbeitskreis Fledermausschutz Aachen, Düren, Euskirchen (NABU/BUND/LNU), Holger Körber, Tel.0152/29278456,
Informationen zu Fledermäusen und Ansprechpartnern in ihrer Nähe gibt es auch im Internet, u.a. auf der Seite www.fledermausschutz.de

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